3.660m – Die höchste Erhebung im Salzburgerland

… liegt an der Grenze zu Osttirol und ist Namensgeber und Hauptgipfel der Venedigergruppe. Diese bildet gemeinsam mit weitern Bergmassiven die gewaltige Großgruppe der Hohen Tauern. Innerhalb der Venedigergruppe befinden sich die meisten Gletscher innerhalb der Hohen Tauern, was einige großartige Touren möglich macht:

Nördlich des Großvenedigers befindet sich die Marktgemeinde Neukirchen. Es treffen sich das Ober- und Untersulzbachtal mit ihren namensgebenden Sulzbächen, die hier in die Salzach münden.
Dort beginnt unsere Reise auf den Gipfel der „Weltalten Majestät“. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg durch das Obersulzbachtal vorbei an Berndlalm und Postalm zur Kürsinger Hütte, unserem Basislager. Ab hier gibt es mehrere Varianten den Gipfel zu erreichen.

Normalweg – Weg der Erstbesteiger
Von der Hütte aus gehen wir leicht ansteigend zum Gletschereinstieg am Venedigerkees. Dort legen wir nach Bedarf Steigeisen an und wir folgen dem Verlauf der sanft ansteigenden Eismassen vorbei an großen Gletscherspalten bis hinauf zur Venedigerscharte. Die letzten Meter bis zum Gipfelkreuz führen luftig über einen Schneegrat. Nach einer kurzen Rast folgt der Abstieg auf dem nun schon bekannten Weg.

Nordgrat
Dies ist eine klassische, kombinierte Fels- und Eistour im Schwierigkeitsgrad III+. Durch die Höhe des Gipfels und die großzügige Linienführung zählt die Tour zu den schönsten Gratanstiegen der Ostalpen. Es sind verschiedene Einstiegsvarianten möglich, für den gesamten Nordgrat zweigt man kurz nach dem Gletschereinstieg vom Normalweg in Richtung Südwesten ab. Oft wird auch nur der obere Abschnitt des Grates begangen. Hierzu verlässt man den Normalweg unterhalb der Venedigerscharte und quert zum Meynowschartl.

Westgrat
Der gesamte Grat vom Obersulzbachtörl bis zum Gipfel ist sehr lang und wird nur selten begangen. Meist wird der klassische Anstieg über den stark zerklüfteten Gletscher der Nordwestflanke zum Westgratschartl gewählt. Dieser Anstieg ist kürzer und klettertechnisch einfacher als der Nordgrat. Von dort geht es in einfacher Blockkletterei (Schwierigkeitsgrad II) zum Gipfel. Da man auf dieser Route auch auf einem stark begangenen Berg wie dem Großvenediger meist allein unterwegs ist, bietet sich dem Bergsteiger in einer gewaltigen Eis- und Felsszenerie ein großartiges Erlebnis.

Überschreitungen
Für Überschreitungen des Großvenedigers gibt es Möglichkeiten nach Süden in Richtung Defreggerhaus und Johannishütte und nach Osten zur Neuen Prager Hütte und weiter zum Matreier Tauernhaus. Alle diese Touren führen über vergletschertes Gebiet und erfodern entsprechende Ausrüstung und Vorsicht.

Im Frühjahr
Bedingt durch die großzügigen, weiten Gletscherflächen wurde der Großvenediger sehr früh für den alpinen Tourenschilauf entdeckt. Der Anstieg mit Tourenschi oder auch mit Schneeschuhen erfolgt meist über den Normalweg. Die besten Bedingungen für die Venedigerschitour herrschen ab Öffnung der Kürsinger Hütte Anfang März bis weit in den Mai hinein.

Erstbesteigung

Seit jeher übte der Großvenediger eine große Faszination auf Bergbegeisterte aus. Und doch dauerte es lange, bis die ersten Bergsteiger einen Fuß auf den Gipfel setzten.
Im Jahre 1828 scheiterte der bergbegeisterte Sohn des österreichischen Kaiserhauses Habsburg Erzherzog Johann von Österreich kurz vor dem Gipfel bei diesem ambitionierten Vorhaben. Paul Rohregger, aufgrund seiner Arbeit als Oberförster und Jäger, als versierter Einheimischer zur Erkundung der Route und Leiter der Expedition auserkoren, wird beim Anlegen der Spur von einer Lawine erfasst und schwer verletzt.

Erst am 3. September 1841 – vor genau 175 Jahren – glückte die Besteigung des Großvenedigers. Die groß angelegte Expedition einer 40-köpfigen Mannschaft, initiiert vom Pfleger von Mittersill Ignaz von Kürsinger, erklimmt den Venediger auf der Route des heutigen nordseitigen Normalwegs. Als verlässliche, einheimische Führer waren Josef Schwab und Franz Scharler zu Expeditionsleitern und Fahnenträgern ernannt worden.